Irgendwo
zwischen dem digitalen und dem analogen, öffnet sich ein Raum, in
dem es schwer fällt einen Sound zu positionieren. Diese Sounds sind
mal vertraut und wohltuend, mal avant garde: Man möchte den Track
einfach nur besitzen und ihn bei besonderen Gelegenheiten wieder anhören.
Das Ausstellungs-event
FRISCHESPORES&MOLEKULES veranschaulicht die urbanen Sound Erlebnisse,
Geräusche und Bilder in der Stadt. Die Mischung dieser drei Elemente
Sounds, Musik und Bild, kann sowohl banale, als auch sehr behrührende
Augenblicke wiedererleben lassen, aber darum geht es hier eigentlich gar
nicht…
In den letzten Jahren
gabe es hitzige Diskussionen darüber, ob Musik und die visuelle Kunst
in irgendeiner Beziehung zueinander stehen: Für uns ist es aber keine
grundlegende Frage ob man diese zwei Komponente in verbindung bringen
kann oder nicht, viel mehr geht es darum ob diese Verknüpfung von
Ton und Bild als reines Arbeitsmaterial verwendet und erforscht werden
kann.
In dieser Ausstellung
werden Künstler aus verschiedenen Städten und mit unterschiedlichen
musikalischen Hintergründen vorgestellt: George Chua and Chee Wai
Yuen leben und arbeiten in Singapore, Daniel kommt aus München, Tom
Spikke arbeitet irgendwo zwischen London und Masse, wärend Egill
Sæbjörnsson zwischen Reykavik und Berlin hin und her springt.
Daniel Kluge stellt
in dieser Ausstellung sein Projeckt “pictopussy” vor. Eine
interactive Video Band, bei der der Betrachter durch betreten der am Boden
positionierten Pats sich seine eigene Band, und so sein eigenes Musikstück
zusammensetzen kann. Das Ausgangsmaterial sind Musker aus verschiedenen
Teilen der Welt, die mal sprechen, mal singen oder ein Instrument ihrer
Wahl spielen. Die Sounds reichen von Pop, Folk, Glitch, Rock, Techno bis
hin zu zeitgenössischer Musik.
Die daraus resultirende Performance im Hamburger Bahnhof vereint live
gespielte, selbst aufgezeichnete und gefundene Videosounds mit live Musikern
wie: Bernd Ulbrich (bass), Edouard Stork (synth.,guit,geige), Stephan
Schüttler (schlagzeug), Daniel Kluge (guit, voc.,video) und Christian
Ganzer (video).
Das von Tom Spikke vorgestellte Projeckt "299.57" ist angenehm
analog: Er stellt seine iTunes Musiksammlung auf “Zufall”
und überspielt diese dann auf LP4 Mini Disc. Diese Mini Disc wird
der Künstler zusammen mit einem Poster ausstellen, das den Betrachter
Informationen zu den einzelnen Songs geben wird, die sein Home Computer
an einem besonders wertvollem Abend für den Kunstler ausgesucht hat.
George Chua und C.W. Yuen werden eine Woche lang den Keller von Sparwasser
HQ in ein Soundlabor verwandeln. Ihre Performance Methoden sind durch
ihre enge zusammenarbeit sowohl mechanisch als auch sehr lebendig.
In Singapore traten Chua und Yuen ausgiebige Male sowohl als Solo Muskier
auf als auch in zusammenarbeit mit Theatern wie “Theatreworks”
und “Practice Performing Arts”. Digitales Equipment und analoge
Geräte ergånzen sich hier und erschaffen eine Musikerfahrung,
die mal physisch, mal eindringlich ist. Diese entwurzelung von Singapore
ist für Chua und Yuen eine wichtige Erfahrung: sie haben durch diese
Performance eine Verbindung zu der Stadt Berlin hergestellt.
Egill Sæbjörnsson lebt seit 6 Jahren in Berlin. Im Jahre 2000
releaste der gerade mal 26 jährige Icelander sein zweites Album “Tonk
of the lawn “ (sein erstes veröffentlichte er 1999) auf dem
Icelandischen label Bad Taste (Sugarcubes, Bjork, Sigurros, Mum, Minus)
und dem London based Label SomeBizarre (Soft Cell, Marc Almond, Einstuerzende
Neubeuten, The The). Nach seiner Veröffentlichung des neuesten Albums
hatten seine Videos sowohl auf MTV als auch auf VIVA eine regelmäßige
Rotation. Seine Videos zeichnen sich durch Orginalität und Humor
aus. Charlotte von Fast Forward, VIVA nannte ihn den “king of Iceland“
und spielte seine Videos zahlreiche Male in ihrer Show. Trotzdem hielt
sich Egil vom komerziellen Musikbusiness fern und versuchte sich in der
Kunstszene zu etablieren. In der Ausstellung FRISCHESPORES&MOLEKULES
wird er drei seiner Musikvideos zeigen. Zwei sind seiner Alben entnommen,
und das dritte, bisher unreleaste, ist eher in das Genre des experimentellen
Videos einzuordnen.
George
Chua / Yuen Chee Wai performance at The Substation, 2003
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